Meine Kamera hat als vorweihnachtliches Goodie ein Kopflicht bekommen.
Meine Wahl fiel auf das “Litepanels MicroPro“ mit Sony- Adapter (Serien M, L).
Es ist natürlich auch ein Canon-Adapter erhältlich für Akkus der Serien BP916 – BP970 oder ein Panasonic-Adapter für die Serien D28 – D54 – nachdem ich aber die SONY-Akkus nicht benötige wenn ich mit der Canon drehe liegen sie in Zukunft nicht mehr nur herum

Bild: Canon XH-A1 mit RøDE NTG-2 und Litepanels MicroPro
Der erste Eindruck war ernüchternd. Billige Verpackung, nichts funktioniert.
Nachdem mir das Messgerät verriet, dass der Adapter elektrische Spannung liefert, suchte ich das Problem beim Micro Pro selber.
Nach eingehender Untersuchung wurde ich fündig.
Der Adapter ist billigst hergestellt – das äußert sich nicht nur an dem (Kontakt)Problem sondern auch an den Befestigungsnasen – der Adapter hält auf wenigen zehntel Millimetern im Micro Pro.

Nachdem ich mit einer Spitzzange die Kontake passend gebogen hatte, war auch der elektrische Kontakt vorhanden.
Das satte Klicken des (schief eingelöteten)Drehschalters auf der Oberseite und das kurze Aufflackern der LEDs verriet mir, dass ich mich nun auf eine “Erleuchtung” freuen konnte.
Der Potentiometer hat einen Drehwinkel von 310° von denen die ersten 180° genau NICHTS passiert. Die letzten 10° haben auch keine Auswirkung auf die Helligkeit der LEDs. Die Regelung der Helligkeit passiert also auf etwa 120° des Potis (12:00 – 15:30 – Stellung)
Ein erster Dauerlicht-Test ließ das Micro Pro mit dem SONY NP-QM91D Akku 5h (28,8Wh) lang mit höchster Leistung leuchten.
Mit dem SONY NP-QM71D (19,9Wh) ging der Leuchte erst nach 3h 100% Helligkeit die Energie aus. Der tatsächliche Energieverbrauch beträgt also durchschnittlich 6W.
Sehr positiv: Die Farbtemperatur ändert sich bis zum Ende nicht.
Beim langsamen Hochdimmen kann man ganz einfach die Qualität der LEDs testen, denn normalerweise sollten alle gleichmäßig hell leuchten. Auf dem Foto sieht man deutlich das etwa 20% der 96 LEDs schon früher zu leuchten beginnen, also andere Eigenschaften aufweisen.

Bei 100% Helligkeit und der Frostfolie sieht man aus flachem Blickwinkel auch die verschiedenen Farben der LEDs, denn sie sind nicht weiß, sondern haben einen gelb-, lila- oder grünstich.
In Summe vermischen sich die Farben aber zu einem tageslichtähnlichen weiß.
Das Gehäuse dieses Kopflichtes ist aus schwarzem Kunststoff, dem ich es ehrlich gesagt nicht zutraue mal einen “Absturz” schadenfrei zu überleben.
MicroPro inkl. Akku-Adapter und Halterung wiegen 294g – mit dem kleinen SONY-Akku kommt die Leute so auf ein Gesamtgewicht von 451g und mit dem großen Akku auf 515g.
Wenn ich mir das Gewicht eines Bleiakkus nur vorstelle, der eine Halogenlampe 5h lang betreiben kann, macht der Vorteil des geringeren Gewichts den das Materialdefizit meiner Meinung nach wieder wett.
Nachdem dieser “Scheinwerfer” nahezu keine Abwärme erzeugt – an der Vorderseite wird die Leuchte gerade mal Handwarm – finde ich die 3mm breiten, alle 2mm auftauchenden Lüftungsschlitze etwas übertrieben – so kann man unmöglich im ohne Schutz im (Niesel)Regen arbeiten, denn das Wasser würde sofort tief in die Elektronik der Lampe gelangen. Hier würde sich das Unterwassergehäuse “SeaSun” anbieten mit der die Leute auch 10m unter dem Wasserspiegel betrieben werden kann.
Die Halterung ist eine Standard-Blitzschuh-Befestigung mit Kugelgelenk. Zusätzlich kann man die Halterung auf ein Stativ mit 1/4″ Foto-Gewinde aufschrauben und so die Lichtquelle von der Kamera trennen.
Etwas unglücklich ist auch die “Aufbewahrungsmöglichkeit” der Filter gelöst.
Was beim Verwenden normaler AA Batterien / Akkus kein Problem darstellt, stellt sich als ein Ding der Unmöglichkeit heraus sobald man einen Akku-Adapter einsetzt: Das Verstauen der Filter an der Rückseite des Micro Pro.
Dies hat man beim kleinen Bruder “Litepanels Micro” etwas vorteilhafter mit einer Filterklappe gelöst.

Typisch für multi-LED-Leuchten sind auch die Mehrfachschatten (siehe Foto) die auch mit Einsatz des Frostfilters erst in einer Entfernung von ca. 1,6m zu einem Verlauf verschwimmen.

Die Spot-Eigenschaften dürfen bei einem Kopflicht-Test nicht fehlen.
Sämtliche multi-LED-Leuchten sind nicht fokussierbar. Man kann nur versuchen mit dem Frostfilter / Frostfolie eine größere Abstrahlfläche zu erzeugen um das Licht weicher zu machen.
Hier der Vergleich ohne/mit Frostfilter in 1,8m Entfernung zu einer weißen Wand:


Fazit:
Für Interview-Situationen perfekt. Leicht, lange Lebensdauer, geringer Stromverbrauch.
Dank Mobilität ist die Litepanels MicroPro auch geeignet um in einer Raum-Ausleuchtung Akzente zu setzen.
Die Qualität der Verarbeitung könnte um den Preis von immerhin 508€ für Leuchte und Adapter besser sein – einen rauen Umgang oder eine nasse Umgebung verzeiht diese Leuchte eher nicht.