Das Thema 3D-Druck hat mich nach einer kleinen Recherche nicht mehr interessiert.
Die Genauigkeit lag damals bei 0,2mm oder wie es im 3D-Drucker-Jargon so schön heißt 200 mikron.
Dementsprechend rauh sah die Oberfläche der Drucke aus – man konnte die einzelnen Lagen der Kunststoffwürste zählen, die der “Extruder” auf die “Plate” gestapelt hat (um im Jargon zu bleiben).
Heutzutage kommen lt. Marketingtexten günstige 500€-Drucker schon auf eine Genauigkeit von 60µm.

Vor dem Kauf recherchierte ich erneut im Netz, besuchte 3D-Druckergeschäfte und sah mir dort DruckBeispiele an.
Ich staunte nicht schlecht, was damit alles möglich war und vor allem wie stabil und leicht die Ausdrucke sind.
Ein Kurzbesuch im Thingiverse und es war klar, dass ein 3D-Drucker viele kleine Alltagsprobleme lösen kann.

Mir gefällt das Konzept, dass ein Drucker aus 3D gedruckten Teilen besteht und nachdem ich mit eigenen Händen fühlen konnte wie stabil diese Teile (richtig gedruckt) sein können,
habe ich habe mir also den bq PRUSA i3 Hephestos – Bausatz mit Filament und langer Basis bestellt.
Es kamen zwei Pakete an. Ausgepackt kamen noch etwas mehr Schachteln zum Vorschein:

bq hat Pakete und Schraubensackerl in sechs Bauphasen eingeteilt.
Die korrespondierende, bebilderte Anleitung versetzte mich einen Augenblick lang in Lego-Technic-Zeiten zurück.
Trotz dieser schönen Anleitung ist eine technische Vorbildung sicher von Vorteil um kleine Probleme die durch Ungenauigkeiten in der Anleitung entstehen können, selber lösen zu können.
Ansonsten muss man mit jeweils 1 Tag warten rechnen, wenn man ein Ticket beim Support erstellt.

Ich benötigte insgesamt ca. 7h für dem Zusammenbau…

…und noch eine Stunde für die Kalibrierung und dann kam der erste Testlauf…

- Extruder aufheizen
- Filament einführen
…und aus!

Der Materialtransportmotor drehte sich, aber es kam kein Kunststofffaden aus der Düse.
Nach einigen Fehlversuchen probierte ich mittels beigelegter Nadel die offensichtliche Verstopfung zu lösen.
Die Nadel ging durch, das Filament danach aber nicht, also eröffnete ich ein Support-Ticket.

Am nächsten Tag kam der Hinweis doch mit der beliegenden 0,4mm Nadel mal durchzustochern.
Auf die Nachfrage ob er meine Fehlerbeschreibung gelesen hatte, denn da stand besagter Vorgang bereits als Lösungsversuch, meinte der Herr vom Support er habe das anders gemeint.
Ich solle mit dem 1,5mm Sechskant mal auf der Filamentseite reindrücken – da könnten noch Rest vom Probedruck drinnen sein.
Nachdem das auch nichts half, fing ich an den Extruder auseinanderzunehmen.
Sofort sah ich die Wurzel des Übels welche sich mit besagter Technik beseitigen lassen sollte – ich hatte anscheinend aus Vorsicht nicht so viel Kraft aufgewendet wie nötig war um das Restfilament reinzustopfen.
Also wurde nochmal mit etwas mehr Kraft gestopft – das war’s. Nun wurde das Filament weitertransportiert und aus der Düse kam eine dünne Kunststoffwurst.

Als Beschichtung klebte ich ein Paketband auf die Glasscheibe – damit sollte die Haftung vergrößert werden.
Das erste Drucktestobjekt war ein 20mm “Calibration Cube” welcher in der niedrigsten Qualität gedruckt werden sollte.
Die ersten paar Schichten funktionierten ganz gut, doch die Ecken begannen sich langsam aufzubiegen.
Außerdem gut zu sehen ist auch die innere Struktur des Würfels:

Ich brach den Druck ab. Der Teil sprang mir fast entgegen. Mit der Haftung am Untergrund war es also nicht weit her.

Nach einiger Recherche im Netz stellte sich heraus, dass das an der Kühlung liegen konnte.
In der Software suchte ich also nach einem Parameter, mit dem man den Ventilator ausschalten konnte.

CuraSetting-Cooling.png

Der anschließende Druck wurde in 13min. ohne Probleme erledigt aber löste sich leicht von der Platte.

Allerdings stimmten die Maße nicht exakt.
Statt 20x20x20mm hatte der Calibration Cube 21x21x20mm.
Warum wird gerade geklärt – die Antwort des Supports wird nachgereicht.

Als zweites Testobjekt wurde ein von mir erstellter kleiner 10x10x10 Würfel mit Achsen-Beschriftung erstellt.
Beim ersten Testdruck verschwammen die Details in der Beschriftung leicht:

Die Recherche brachte eine einseitige Kühlung als Ursache hervor.
Auf Thingiverse fand ich einen ringförmigen Gebläseauslass, den ich auch gleich ausdruckte.
Versuch Nr. 1 schlug fehl, weil sich nach ein paar Layern plötzlich der Teil löste und verschoben wurde – das sah dann so aus:

Im Baumarkt besorgte ich mir ein im Netz oft erwähntes “Blue Tape”. Allerdings war keines von 3M erhältlich, trotzdem wollte ich es testen.
Natürlich musste nach dem Wechsel die Plattform neu kalibriert werden.
So sieht die erfolgreich gedruckte Düse in mittlerer Qualität aus:

Auch der erneut in höchster Auflösung gedruckte 1cm-Würfel sah schon etwas besser aus bei der X und Z-Beschriftung:

Nun kam der Yoda dran. Er wurde in der höchsten Auflösung gedruckt.
Das Ergebnis war enttäuschend weil bei fast 17h Druck mit schön dünnen Layern einige tiefe Furchen entstanden.
Außerdem stören mich die seitlichen Fäden.

Der Support riet mir zu einem Abstand in der Z-Achsen-Kupplung zwischen Motorwelle und Gewindestange.
Das Ergebnis dieser Änderung wird nachgereicht.

Als erstes nützliches Objekt möchte ich mir eine Düse für den Staubsauger drucken.
Die Datei wurde in Cinema 4D erstellt und sollte in Cura gesliced werden jedoch wollte das Programm das partout nicht machen.
Grund dafür war dass die Staubsaugerdüse etwas höher als der Druckbereich war.

Die Düse Funktioniert einwandfrei :)