Ich hatte neulich die Möglichkeit eine Matrox MXO2 LE mit MAX-Technologie zu testen.

MATROX MXO2 LE

MATROX MXO2 LE

Im Lieferumfang befinden sich:

  • Netzteil mit UK- und EURO – Schukosteckeranschlusskabeln
  • PCIe – Karte oder Expresscard34
  • Breakout-Box
  • Verbindungskabel
  • 3 Stk. BNC -> Cinch – Adapter

Nachdem mein Computer seinen Platz unter dem Schreibtisch hat, und die Box platz finden soll ist das mitgelieferte 1m lange Hostkabel fast zu kurz.
Es gibt jedoch ein 3m- PCIe Hostkabel als Zubehör um ca.85€. Auch eine zusätzliche Controller-Karte – z.B. für den ExpressCard34- Slot eines MacBook Pro ist um ca. 99€ erhältlich.

Der Anfangstest galt der Monitorvorschau und -kalibrierung:

Der 24″ LCD-Monitor Viewsonic vx2435wm wurde anfangs per HDMI-Kabel an die MXO2 angeschlossen.
Im FinalCutPro musste man das Vorschaugerät und auswählen.
Dann muss das richtige Testbild  im FinalCut geladen und der HDMI-Output des MXO2 mit dem Kalibrations-Tool eingestellt werden.
Wie das genau funktioniert sieht man in diesem Video.

Die Farben stimmten nun, doch das Testbild – ein roter Kreis – war verzerrt.

Matrox MXo2 LE 16:9

16:9 - Einstellung des Monitors

Wenn man auf dem Monitor das Bildformat auf 1:1 stellt, erscheint der Kreis zwar rund, aber von den 24″ Bilddiagonale des TFTs werden nur 21″ für die Darstellung genutzt.

Matrox MXO2 LE - 1:1 Mapping

1:1 Mapping - nur 21" in Verwendung

Falls man also die Farben per HDMI als passend empfindet heißt das noch lange nicht, dass die Farben richtig zum Recorder geschickt werden der evtl. per Component angeschlossen ist.
Der Monitor zeigte per HDMI folgendes Bild an:

Matrox MXO2 LE HDMI

richtige Farben per HDMI

Per Component jedoch sah das gleiche Bild so aus:

Matrox MXO2 LE

falsche Farben per Component

Adobe After Effects kommt mit der MXO2 LE auch super zurecht – was man von Apple Shake nicht behaupten kann.

Mit Photoshop kann die MXO2 auch nicht verwendet werden denn auch hier wird das Gerät einfach nicht erkannt.

Der nächste Test galt dem Aufnehmen und Kodieren:

Die Canon XH-A1 wurde per Component an die Box angeschlossen wobei sich die mitgelieferten BNC-auf-Cinch-Adapter als sehr nützlich erweisen.
Die Aufnahme erfolgte in “Apple ProRes 422 HQ” – die Einstellungen in den FinalCut Voreinstellungen waren im Nu erledigt.

Ein Problem tritt allerdings auf, wenn man eine Multiformat-Timeline verwendet. Dann wird beim Abspielen gerade ein Frame angezeigt, dann:
Standbild am Vorschaumonitor über die MXO2 – während der MacPro ganz normal weiterspielte. In diesem Fall war es ein 1080i-Material in einer 720p – Sequenz.

Beim Encoding mit den MAX-Presets fällt zwar die Geschwindigkeit positiv auf, jedoch ist die Kehrseite der Medaille ein verdunkeltes Kodierungsergebnis
was die Vorschaumonitorkalibrierung für Internetvideos im Prinzip auch unbrauchbar macht:

MXO2 Standard Kodierung

Standard Compressor H264 Kodierung

MXO2 MAX

MXO2 MAX H264 Kodierung

Da die MAX-Technik ist ausschließlich für die H264-Kodierung optimiert ist, wird zwar das Erstellen von BluRays beschleunigt, jedoch bringt es beim MPEG2- komprimieren für DVDs keinen Vorteil.
Während des Encodings eines 918MB ProRes422 (HQ) – Files auf 26MB H264 wurde die MXO2 höchstens handwarm.

Die LiveRecording-Software BoinxTV verspricht gute Zusammenarbeit mit der MXO2.
Zu viel versprochen, denn sobald zu einem Layer mit MXO2-Quelle z.B. eine FireWire- Quelle geschalten wird, fängt die MXO2-Quelle zu ruckeln an (und das in SD-Auflösung!) und ist also hier auch unbrauchbar.

Fazit:
Für mein Setup erschließt sich der Sinn dieses Gerätes nicht ganz.
Das viel beworbene Mega-Feature – die Verwendung von HDMI-Monitoren und sie wie Broadcast- Monitore zu kalibrieren hat wenig Sinn, wenn die Ausgabe auf den anderen Outputs bzw. sogar bei der MAX-Kodierung falsche Farben aufweist. Da helfen auch die professionellen BNC-Anschlüsse mit SDI, Genlock und Component nicht drüber hinweg.
Die FinalCut-Unterstützung wird auch groß beworben, jedoch ist in einer Multiformat-Timeline davon leider nichts zu spüren.
Hier muss man sich anscheinend bei anderen Firmen wie z.B. Blackmagic Design umsehen.

Danke an die Firma websys-media aus steyr, die mir die MXO2 borgte und diesen Test ermöglichte.