Medien + Technik-Blog

Praxis- und Testberichte | Tipps & Tricks

In Österreich gelten für Modellflieger gewisse Regeln.
Von geschätzt 20.000 verkauften Drohnen haben ca. 700 eine Genehmigung der Austro Control. (Kenny Lang, heute konkret, ORF)
Fluggeräte, die langsamer als 60km/h auf einer maximalen Höhe von 30m fliegen können und unter 250g Eigengewicht aufweisen, unterliegen nicht dem Luftfahrtgesetz und müssen nicht von der Austro Control bewilligt werden.

Geflogen werden darf trotzdem nur unter folgenden Voraussetzungen:

  • genügend Abstand zu fremden Sachen und Personen um Gefährdung zu vermeiden
  • Genehmigung des Grundstückeigentümers

In den Modellsport fallen Flüge mit:

  • max. Flughöhe 150m
  • max. Entfernung: ca. 1000m – max. bis zur Sichtgrenze
  • max. Gewicht: 25kg
  • Haftpflichtversicherung

Grundsätzlich nicht erlaubt sind:

  • FPV-Flug ohne Spotter (First Person View, also mit Kamera auf der Drohne + Videobrille)
  • Flug im Umkreis von Flugplätzen
  • Flug über Menschenansammlungen und
  • Flug über dicht besiedeltem Gebiet.
  • Video bzw. Fotoaufnahmen auf Speichermedium (DSchG)

Sobald gewerblich geflogen wird, gelten für Pilot und UAV (Unmanned Aerial Vehicle – unbemanntes Luftfahrzeug) andere Regeln.
Hier wird unterschieden ob mit oder ohne Sichtkontakt geflogen wird, nach Einsatzgebiet und Gewichtsklassen. Auf jeden Fall muss das Fluggerät aber von der Austro Control bewilligt werden.

Klasse 1 – mit Sichtkontakt (max. 150kg, max. 150m, Kennzeichnungspflicht)
Klasse 2 – ohne Sichtkontakt (Musterprüfung, Pilotenschein)

Einsatzgebiete:
1 – unbebautes Gebiet (keine Gebäude, keine anderen Personen)
2 – unbesiedeltes Gebiet (Lagerhallen, Runinen etc., vereinzelt Personen)
3 – besiedeltes Gebiet (Wohn- Gewerbe- und Erholungsgebiet)
4 – dicht besiedeltes Gebiet (Ortskern)

Gewichtsklassen:
bis 5kg
5kg bis 25kg
25kg bis 150kg

Um die Kategorie festzulegen werden die Einsatzgebiete und Gewichtsklassen verknüpft. So fällt ein Multikopter mit 5kg im Einsatzgebiet 1 in Kategorie A und über dicht besiedeltem Gebiet in Kategorie D. Das bedeutet, dass das Fluggerät strengeren Lufttüchtigkeitsanforderungen genügen muss.

Quelle:
Austro Control

Angaben ohne Gewähr!

Das Thema 3D-Druck hat mich nach einer kleinen Recherche nicht mehr interessiert.
Die Genauigkeit lag damals bei 0,2mm oder wie es im 3D-Drucker-Jargon so schön heißt 200 mikron.
Dementsprechend rauh sah die Oberfläche der Drucke aus – man konnte die einzelnen Lagen der Kunststoffwürste zählen, die der “Extruder” auf die “Plate” gestapelt hat (um im Jargon zu bleiben).
Heutzutage kommen lt. Marketingtexten günstige 500€-Drucker schon auf eine Genauigkeit von 60µm.

Vor dem Kauf recherchierte ich erneut im Netz, besuchte 3D-Druckergeschäfte und sah mir dort DruckBeispiele an.
Ich staunte nicht schlecht, was damit alles möglich war und vor allem wie stabil und leicht die Ausdrucke sind.
Ein Kurzbesuch im Thingiverse und es war klar, dass ein 3D-Drucker viele kleine Alltagsprobleme lösen kann.

Mir gefällt das Konzept, dass ein Drucker aus 3D gedruckten Teilen besteht und nachdem ich mit eigenen Händen fühlen konnte wie stabil diese Teile (richtig gedruckt) sein können,
habe ich habe mir also den bq PRUSA i3 Hephestos – Bausatz mit Filament und langer Basis bestellt.
Es kamen zwei Pakete an. Ausgepackt kamen noch etwas mehr Schachteln zum Vorschein:

bq hat Pakete und Schraubensackerl in sechs Bauphasen eingeteilt.
Die korrespondierende, bebilderte Anleitung versetzte mich einen Augenblick lang in Lego-Technic-Zeiten zurück.
Trotz dieser schönen Anleitung ist eine technische Vorbildung sicher von Vorteil um kleine Probleme die durch Ungenauigkeiten in der Anleitung entstehen können, selber lösen zu können.
Ansonsten muss man mit jeweils 1 Tag warten rechnen, wenn man ein Ticket beim Support erstellt.

Ich benötigte insgesamt ca. 7h für dem Zusammenbau…

…und noch eine Stunde für die Kalibrierung und dann kam der erste Testlauf…

- Extruder aufheizen
- Filament einführen
…und aus!

Der Materialtransportmotor drehte sich, aber es kam kein Kunststofffaden aus der Düse.
Nach einigen Fehlversuchen probierte ich mittels beigelegter Nadel die offensichtliche Verstopfung zu lösen.
Die Nadel ging durch, das Filament danach aber nicht, also eröffnete ich ein Support-Ticket.

Am nächsten Tag kam der Hinweis doch mit der beliegenden 0,4mm Nadel mal durchzustochern.
Auf die Nachfrage ob er meine Fehlerbeschreibung gelesen hatte, denn da stand besagter Vorgang bereits als Lösungsversuch, meinte der Herr vom Support er habe das anders gemeint.
Ich solle mit dem 1,5mm Sechskant mal auf der Filamentseite reindrücken – da könnten noch Rest vom Probedruck drinnen sein.
Nachdem das auch nichts half, fing ich an den Extruder auseinanderzunehmen.
Sofort sah ich die Wurzel des Übels welche sich mit besagter Technik beseitigen lassen sollte – ich hatte anscheinend aus Vorsicht nicht so viel Kraft aufgewendet wie nötig war um das Restfilament reinzustopfen.
Also wurde nochmal mit etwas mehr Kraft gestopft – das war’s. Nun wurde das Filament weitertransportiert und aus der Düse kam eine dünne Kunststoffwurst.

Als Beschichtung klebte ich ein Paketband auf die Glasscheibe – damit sollte die Haftung vergrößert werden.
Das erste Drucktestobjekt war ein 20mm “Calibration Cube” welcher in der niedrigsten Qualität gedruckt werden sollte.
Die ersten paar Schichten funktionierten ganz gut, doch die Ecken begannen sich langsam aufzubiegen.
Außerdem gut zu sehen ist auch die innere Struktur des Würfels:

Ich brach den Druck ab. Der Teil sprang mir fast entgegen. Mit der Haftung am Untergrund war es also nicht weit her.

Nach einiger Recherche im Netz stellte sich heraus, dass das an der Kühlung liegen konnte.
In der Software suchte ich also nach einem Parameter, mit dem man den Ventilator ausschalten konnte.

CuraSetting-Cooling.png

Der anschließende Druck wurde in 13min. ohne Probleme erledigt aber löste sich leicht von der Platte.

Allerdings stimmten die Maße nicht exakt.
Statt 20x20x20mm hatte der Calibration Cube 21x21x20mm.
Warum wird gerade geklärt – die Antwort des Supports wird nachgereicht.

Als zweites Testobjekt wurde ein von mir erstellter kleiner 10x10x10 Würfel mit Achsen-Beschriftung erstellt.
Beim ersten Testdruck verschwammen die Details in der Beschriftung leicht:

Die Recherche brachte eine einseitige Kühlung als Ursache hervor.
Auf Thingiverse fand ich einen ringförmigen Gebläseauslass, den ich auch gleich ausdruckte.
Versuch Nr. 1 schlug fehl, weil sich nach ein paar Layern plötzlich der Teil löste und verschoben wurde – das sah dann so aus:

Im Baumarkt besorgte ich mir ein im Netz oft erwähntes “Blue Tape”. Allerdings war keines von 3M erhältlich, trotzdem wollte ich es testen.
Natürlich musste nach dem Wechsel die Plattform neu kalibriert werden.
So sieht die erfolgreich gedruckte Düse in mittlerer Qualität aus:

Auch der erneut in höchster Auflösung gedruckte 1cm-Würfel sah schon etwas besser aus bei der X und Z-Beschriftung:

Nun kam der Yoda dran. Er wurde in der höchsten Auflösung gedruckt.
Das Ergebnis war enttäuschend weil bei fast 17h Druck mit schön dünnen Layern einige tiefe Furchen entstanden.
Außerdem stören mich die seitlichen Fäden.

Der Support riet mir zu einem Abstand in der Z-Achsen-Kupplung zwischen Motorwelle und Gewindestange.
Das Ergebnis dieser Änderung wird nachgereicht.

Als erstes nützliches Objekt möchte ich mir eine Düse für den Staubsauger drucken.
Die Datei wurde in Cinema 4D erstellt und sollte in Cura gesliced werden jedoch wollte das Programm das partout nicht machen.
Grund dafür war dass die Staubsaugerdüse etwas höher als der Druckbereich war.

Die Düse Funktioniert einwandfrei :)

Für das aktuelle Projekt wird massenweise Renderpower benötigt.
Als Anforderung stehen im Raum:
- gutes Preis/Leistungsverhältnis bei möglichst niedrigem Preis
- leiser Betrieb bei
- möglichst geringen Abmessungen

Bei CADNetwork findet man genau diese Kombination. Wer also ein günstiges Gerät sucht, und nicht über das nötige KnowHow verfügt sich einen Rechner selber zusammenzubauen und aufzusetzen, sollte gleich dort zuschlagen. Mit ein wenig Zeitaufwand für Recherche und Zusammenbau sollte sich der erfahrene Computerbastler doch einige Euros sparen können und am Ende trotzdem ein ähnliches Gerät im Regal stehen haben.

Beim Recherchieren des besten Preis/Leistungsverhältnisses bei CPU sind derzeit der intel i7 6 x 3,3GHz und in der günstigeren Preiskathegorie der intel i7 mit 4 x 4GHz an vorderster Stelle.
Aufgrund der Gehäuseabmessungen kann nur ein min-ITX-Mainboard verbaut werden. Beim etwas größeren Bruder des Gehäuses hat ein µATX auch noch Platz, jedoch kosten diese Boards mindestens 200€ (die anderen ca. 70€) und haben keine Grafikkarte an Bord wobei die kleineren Boards schon noch VGA, DVI und HDMI anbieten.
Ausserdem können nur DDR4-RAMs zum Einsatz kommen, welche preislich derzeit auch noch in anderen Sphären schweben.
Die CPU hat einen TDP von 140W im Gegensatz zum Vierkerner mit nur 88W. Dass der Kühler beim Quadcore weniger Arbeit hat und dadurch leiser ist leuchtet wohl jedem ein.
Ein 6-Kern-Rendernode würde also zusätzliche Kosten für Grafikkarte, Mainboard und RAM von € pro Rendernode bei ca. 3GHz mehr Leistung aber auch mehr Lautstärke bedeuten.

Als weitere Möglichkeit zogen wir ein 6Core-ATX-System in Betracht.
Preislich ca. gleich dem kleinen 6-Core war die Größe der erhältlichen Gehäuse das ausschlaggebende Gegenargument. Obwohl damit die Kühlung und somit die Lautstärke eher in Griff zu bekommen sind, passte der Formfaktor einfach nicht ins Konzept.

Der RenderNode wird also auf Basis eines Intel i7 4790K 4x4GHz aufgebaut.
Pro Kern 4 GB Ram sollten ausreichen. Nachdem Boards in dieser Größe meist nur 2 RAM-Slots aufweisen, müssen es 2x8GB – Riegel werden.
Für die Kühlung ist ein APX-200 zuständig, welcher mit 73mm Höhe sogar noch 7mm Abstand zum 300W 80+ Netzteil zulässt.
Als Festspeicher kommt ein 128GB Samsung Pro SSD zum Einsatz, auf dem ein Win7 Pro 64Bit seine Dienste leisten wird.

Die Komponenten sind gut verpackt angekommen:

Zuerst wurden die CPU und die RAMs platziert sowie die stabile Basis des Kühlers montiert.

Die Größe des Kühlers reicht fast an die des Mainboards…

…was den Anschluss der Stecker des Lüfters, der Audio-Schnittstellen am Gehäuse und des Netzteiles zur Fummelei macht.

Für die überschüssigen Kabel am Netzteil wird’s bei diesem Gehäuse schon eng – es ist gerade mal Platz für diese Bestückung:

Dabei ist der CB bei 851 Punkten was um 300 Punkte schneller ist als ein 8Core MacPro (2008).

Der Vollständigkeit halber hier noch gute Windows-Bewertung – die fast höchste Bewertung wird eigentlich nur aufgrund einer fehlenden Grafikkarte nicht erreicht.

Ergebnis:
In der kompaktesten Form die höchste Leistung zum günstigsten Preis ist erfüllt.
Die Lautstärke ist etwas lauter als ein MacPro, der Messwert wird noch nachgereicht.
Nach einer Nacht Rendern wird die Oberseite des Gehäuses ziemlich warm – die genaue Temperatur wird ebenso nachgereicht.
Die Rechner benötigen im Leerlauf 25W und unter Volllast (Cinebench R15) 97W.
Umgerechnet kostet ein Node ca. € 0,98 pro CineBench-Punkt was ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis darstellt.
Zum Vergleich: Der Renderknecht (24×2,6GHz) benötigt 312W unter Volllast und hat 1258 CB Leistung bei einem Preis von € 1,99 pro CBP.

Als Datenpeicher habe ich derzeit einen drobo im Einsatz, aber zu viele Berichte über Totalausfälle und nicht lesbaren Platten kursieren im Netz als dass ich erneut auf diese Lösung setzen würde.
Das Tüpfelchen auf dem i: Man müsste wieder einen drobo kaufen damit man seine Daten auslesen kann.
Die Entscheidung viel auf Marke Eigenbau. Nur so hat man wirklich die Kontrolle über seine Daten.

Ein FileServer sollte für meine Zwecke folgende Kriterien aufweisen:

  • möglichst niedriger Preis
  • möglichst viel Speicher
  • Datensicherheit
  • Hohe Datentransferrate
  • Skalierbarkeit

Heute sind die ersten Komponenten angekommen.

Der Großteil der Komponenten wurde bei Alternate bestellt und in 2 Paketen geliefert.
Beim Auspacken wurde klar, dass die Festplatten und das Netzteil nicht dabei waren.
Der Anruf (bei einer deutschen Nummer) verschaffte Klarheit.
Die Logistik Abteilung des Online-Händlers hatte den Fehler schon bemerkt: Die restlichen Komponenten sind schon unterwegs.

Der Alpenföhn hatte leider keine Wärmeleitpaste dabei, weswegen kurzerhand im nächsten Mediamarkt eine Hama MX-2 gekauft wurde.

Die Intel i5 CPU ist in einem kleinen Karton verpackt geschützt mit 2 leitfähigen Schaumstoffplatten.

Die RAMs sehen hochwertig aus, ich hoffe, sie sind auch dementsprechend zuverlässig.

Festplatten, Netzteil, Motherboard und Kabel sind noch ausständig und sollten in den nächsten Tagen eintrudeln.

Edit:
Die Festplatten und das Netzteil sind angekommen, das Mainboard und die SATA-Kabel lassen auf sich warten:

Die vorhandenen Komponenten wurden natürlich gleich eingebaut.
Dabei wurde ein Fehler im Festplattenkäfig festgestellt. Hier können die Platten nicht wie in der Produktbeschreibung versprochen eingebaut werden, weil eine Blechstrebe den Platz eines Slots nach ob hin begrenzt. Eine 3,5″ Platte kann also in diesem Slot nicht eingebaut werden.

Das Netzteil hat mich positiv überrascht. Es ist sehr flexibel was die Anschlüsse betrifft und es werden sogar Gummikäfige zur Dämpfung mitgeliefert.

Edit:
Aufgrund der Fehleranfälligkeit normaler RAMs und der Wichtigkeit ebendieser für dieses Filesystem gibt es nun einen Richtungswechsel.
Es wird nun zu ECC RAMs gegriffen. Das bedeutet neben neuen RAMs ein neues Board und neue CPU.

CPU: Intel Xeon E3-1225 v3 mit 4×3,2GHz
Mainboard: ASRock C226 WS
RAMs: HP 8GB ECC 1600MHz

Edit:
Die neuen Komponenten sind endlich eingetroffen.
Es fällt auf, dass die Kühlfläche des Xeon kein tiefgezogenes Blech ist wie beim i5 sondern ein gefräster Aluminiumblock.
Bei der CPU war auch ein intel Kühler und Lüfter dabei.
Nun geht es ans Zusammenbauen.

Edit:
Es ist soweit, der Rechner läuft und die ersten Daten haben eine neue Heimat gefunden.
Das System benötigt derzeit 113W und ist sehr leise.
Durch das durchdachte Gehäusekonzept sieht das Innenleben auch ziemlich aufgeräumt aus:

Wie am Foto zu sehen wurden nun 10 x 3TB HDDs eingebaut.
Die SATA Anschlüsse des Mainboards sind nun alle belegt.
Der Grund ist ein seltsames Verhalten des ZFS.
Nach der Formel für RaidZ2 – also doppelter Ausfallsicherheit – sollten mit 8 3TB-Platten von insg. 24TB Speicherplatz 18TB Für den zPool verfügbar sein.
ZFS zeigte aber nur 15TB an.
Mit 10 3TB-Platten sind nun von insg. 30TB Speicherplatz 27TB für den zPool verfügbar.
Also die 6TB “Verlust” sind nun auf 3TB geschrumpft.

FreeBSD läuft nun und es sind ca. 20TB für die Nutzdaten frei.
Der Rest wird von OS und FS sowie der Redundanz verwendet:

Edit:
Es traten nach 2 Wochen einwandfreiem Betrieb einige Boot-Probleme auf.
Nach Einbau eines PCIe SATA-Controllers und einer zusätzlichen 320GB-Platte für den Boot-Vorgang wurde die Fehlerquelle auf das BIOS eingegrenzt, welches sich nicht “merken” wollte, von welcher der Platten hochgefahren werden soll.
Ob mit dem BIOS Update das Problem behoben ist wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Edit:
Seit dem BIOS-Update läuft er einwandfrei :)
to be continued…


Die im MacPro3.1 verbaute Nvidia 8800 GT gab schön langsam ihren Geist auf.
Auf der Suche nach sinnvollem Ersatz kann man leicht verzweifeln, weswegen ich meine Ergebnisse hier poste.

Dazu sei erwähnt, dass ich keine ATI / AMD – Karte haben wollte, um in Adobe’s CS6 die CUDA Beschleunigung der Mercury Engine nutzen zu können.

Der Anruf beim Apple Händler war mehr als ernüchternd:
“Ja bitte bringen Sie uns Ihr Gerät vorbei, wir schauen uns das an.”
Keine Info welche Graka, welcher Preis, wie lange es dauern würde, etc. – Nix für mich.

Der Anruf beim Apple Service-Stützpunkt:
Ich sollte den MacPro ins Geschäft bringen, zwei Wochen darauf warten und um die 350€ zahlen.
Dann hätte ich wieder eine sechs Jahre alte Nvidia 8800 GT drinnen.
Als Alternative wurde mir eine ebenfalls veraltete Nvidia Quattro 4000 2GB um 2500€ angeboten und betont, dass dies die einzige Möglichkeit sei, dem MacPro mehr Grafik-Power zu verpassen.

Das wollte ich nicht glauben und machte mich selber an die Recherche.
Ich stieß auf die Firma evga, die auch “Mac Edition” Grafikkarten herstellt.
Dort angerufen wurde ich von einem freundlichen und sehr kompetenten Techniker beraten, der mir versicherte, dass die GTX 680 für den MacPro sehr gut geeignet wäre.

Ich konfrontierte den Apple Service-Stützpunkt damit.
Der “Techniker” meinte, dass “diese Karte nicht funktionieren wird”. Genau so. Ohne Begründung.
Ich hatte mir die Daten des MacPro herausgesucht und ihn gefragt warum das nicht funktionieren sollte – der Mac hat ja 16 PCIe-Lanes, 2 Stromversorungsbuchsen, etc.
Antwort: “Das wird nicht funktionieren!”
Ich ließ nicht locker und wollte den Grund herausfinden warum er meinte, dass dies nicht möglich sei.
Erklärung:”Noch einmal: Das wird nicht funktionieren!!”
So viel zur Kompetenz des Service Centers.

Ich bestellte die Karte beim selben Händler, der mir den Renderknecht zusammengebaut hat, weil dieser mir versicherte, sie sei in 2 Tagen vor Ort – also noch in der selben Woche bei mir.
Im Endeffekt wartete ich 3 Wochen auf die Karte.

Der einzige “Nachteil” wenn man so will ist, dass diese Grafikkarte erst ab OS X 10.8.3 Mountain Lion funktioniert.
Den Nachteilen die durch das Update von 10.6.8 auf 10.8.5 entstehen würden zu sehr vom Thema ablenken weswegen ich denen einen eigenen Blogeintrag widmen werde.

Zuerst musste ein Update des Apple Betriebssystems durchgeführt werden.
Das ist ganz einfach im Apple Store um 18€ herunterzulassen – möchte man meinen.
Im Apple Store selber findet man das Mountain Lion aber nicht. Erst nach einigem Suchen fand ich es auf der Apple Website. Dort muss man es kaufen, damit es zwei Tage später im App Store zum Download erscheint.

Das System wurde installiert, die neuesten Treiber heruntergeladen und diverse Funktionstests durchgeführt.
Gleich die ersten Tests in Cinema 4D und Adobe After Effects scheiterten – die Karte wurde nicht unterstützt.
Hatte der Typ vom Service-Center doch recht?

Erneut wandte ich mich an den Support von evga, welcher innerhalb kürzester Zeit mit einer Lösung dienen konnte.
Neuer GPU und CUDA Treiber wurden installiert und siehe da: Alles funktionierte bestens und pfeilschnell!

Alles? Nicht ganz. Ein mit unbeugsamen Bits programmiertes Programm hört nicht auf dem Eindringling Widerstand zu leisten…

Adobe After Effects CS6 wollte die CUDA Funktionalität der Karte einfach nicht anerkennen. Nach einiger Recherche im Internet fand ich die Lösung:
In der Textdatei raytracer_supported_cards.txt welche in der Adobe After Effects CS6.app in Contents zu finden ist, musste der Name der Grafikkarte – also “GeForce GTX 680″ – eingetragen werden. Das war’s.

Vertrauen auf die Kompetenz der Servicetechniker ist gut, ein wenig Kontrolle und selber etwas Zeit zu investieren kann aber manchmal besser sein und noch dazu günstiger :)

Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob der MacPro auch hochfährt, wenn ich den Powerbutton drückte. Normalerweise lief der kleine Lüfter der 8800GT sofort auf top speed was man natürlich zu hören bekam. Die GTX 680 hingegen ist superleise, was für mich ein großer Pluspunkt ist.

Um 590€ bekommt man unter anderem folgendes:
CUDA: 1536 vs. 112 Cores
Speicher: 2GB GDDR5 vs. 512MB GDDR3
OpenGL: 4.2 vs. 2.1