Medientechnik-Blog

Praxis- und Testberichte | Tipps & Tricks

Der Mediaplayer auvisio MVP-520.3D wurde dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von einer Firma für postproduction. Er durchlief unseren Test mit überraschend guter Leistung:
Der Lieferumfang beinhaltet:

Lieferumfang

  • Player
  • Fernbedienung
  • wertig aussehendes HDMI-Kabel mit Goldkontakten
  • AV-Kabel mit 3 x cinch Stecker auf cinch Stecker: Video (gelb), Audio L (weiß), Audio R (rot)
  • 5V Netzteil
  • miniUSB-Kabel

Das Einrichten des Gerätes ist ein Kinderspiel – Netzteil und HDMI-Kabel anstecken, entweder am Power-Button am Gerät oder auf der Fernbedinung einschalten, fertig.

Der Player hat zusätzlich einen FBAS- (engl.: CVBS) sowie einen VGA-Ausgang- deren Funktion kann man in den Einstellungen sowie auf der Fernbedienung aktivieren.
Hier kann immer nur 1 Ausgang betrieben werden.

Ca. 9-10sek. nach dem Einschalten ist der Player hochgefahren. Das Menü sieht dank Apple-like Icons sogar seriös aus:

Per Druck auf die “Setup”-Taste auf der Fernbedienung oder Navigation zu den “Einstellunge” im Menü, kann man folgendes einstellen:

Steckt man nun eine SD-Karte oder einen USB-Stick an, kann man per “Files”-Taste darauf zugreifen. Auch ein Navigieren über z.B. “Filme” -> USB -> USB kann man dann den Inhalt des Speichermediums betrachten.
Hier werden übrigens auch die normalerweise versteckten Dateien – wie sie MAC OSX zur Sicherung anlegt – angezeigt.

 


Es werden folgende Codecs werden unterstützt (Scan der Bedienungsanleitung):

Hier gilt es anzumerken, dass sehr wohl ein 1920 x 1080p H264 Video einwandfrei abgespielt wurde – auch wenn nicht im Handbuch angegeben!

Die Fernbedienung ist die einzige Möglichkeit den Player zu bedienen (ausser Power on /off am Gerät).
Sie wird mit einer 3V Lithium-Zelle (CR2025) betrieben welche sich im Lieferumfang befindet.

Ein Minus gibt es hier gleich bei der Usability: Man erhält kein Feedback ob der Tastendruck der Fernbedienung empfangen wird oder nicht, da nicht immer Geräusch (klick) abgespielt wird und keine blinkende “IR-Receiver-LED” einen Empfang signalisiert. Verlässlich empfangen werden die Befehle übrigens in der Vertikalen fast 180° und in der Horizontalen auf ca. 145° .

Die versprochene Foto-Diashow mit Musikuntermalung konnte noch nicht gefunden werden.
Die Fotos werden ausserdem 1:1 angezeigt oder verkleinert. Vergrößern kann man das Bild per “zoom” Taste – hier hat man 3 Vergrößerungsstufen zur Verfügung. Die Abfolge ist: normal, 1x, 2x, 3x, 2x, 1x, normal zoom.

Bei den Videos übernimmt der “Scale” – Button eine ähnliche Funktion.
Man kann wählen zwischen:

  • normal
  • 4:3
  • 16:9
  • Anpassen
  • Vollbild
  • Vollbild (?)

Weitere Einstellungen kann man per Taste “OSD” (OnScreenDisplay) übernehmen:

OnScreenDisplay

Der Modus beschreibt das Abspielverhalten der Filme:

  • alle wiederholen
  • Reihenfolge
  • Zufall
  • nur einmal
  • eins wiederholen

Als Untertitel-Schriftsatz kann man wählen:

  • UTF8, UTF16BE, UTF16LE
  • BIG5
  • GBK
  • SJIS
  • EUC_JP, EUC_KR
  • KIO8_R
  • ISO_8859_1 bis ISO_8859_13 und ISO_8859_16
  • CP847, CP1250, CP1251, CP1255, CP1258
  • GB2312

Ich hatte neulich die Möglichkeit eine Matrox MXO2 LE mit MAX-Technologie zu testen.

MATROX MXO2 LE

MATROX MXO2 LE

Im Lieferumfang befinden sich:

  • Netzteil mit UK- und EURO – Schukosteckeranschlusskabeln
  • PCIe – Karte oder Expresscard34
  • Breakout-Box
  • Verbindungskabel
  • 3 Stk. BNC -> Cinch – Adapter

Nachdem mein Computer seinen Platz unter dem Schreibtisch hat, und die Box platz finden soll ist das mitgelieferte 1m lange Hostkabel fast zu kurz.
Es gibt jedoch ein 3m- PCIe Hostkabel als Zubehör um ca.85€. Auch eine zusätzliche Controller-Karte – z.B. für den ExpressCard34- Slot eines MacBook Pro ist um ca. 99€ erhältlich.

Der Anfangstest galt der Monitorvorschau und -kalibrierung:

Der 24″ LCD-Monitor Viewsonic vx2435wm wurde anfangs per HDMI-Kabel an die MXO2 angeschlossen.
Im FinalCutPro musste man das Vorschaugerät und auswählen.
Dann muss das richtige Testbild  im FinalCut geladen und der HDMI-Output des MXO2 mit dem Kalibrations-Tool eingestellt werden.
Wie das genau funktioniert sieht man in diesem Video.

Die Farben stimmten nun, doch das Testbild – ein roter Kreis – war verzerrt.

Matrox MXo2 LE 16:9

16:9 - Einstellung des Monitors

Wenn man auf dem Monitor das Bildformat auf 1:1 stellt, erscheint der Kreis zwar rund, aber von den 24″ Bilddiagonale des TFTs werden nur 21″ für die Darstellung genutzt.

Matrox MXO2 LE - 1:1 Mapping

1:1 Mapping - nur 21" in Verwendung

Falls man also die Farben per HDMI als passend empfindet heißt das noch lange nicht, dass die Farben richtig zum Recorder geschickt werden der evtl. per Component angeschlossen ist.
Der Monitor zeigte per HDMI folgendes Bild an:

Matrox MXO2 LE HDMI

richtige Farben per HDMI

Per Component jedoch sah das gleiche Bild so aus:

Matrox MXO2 LE

falsche Farben per Component

Adobe After Effects kommt mit der MXO2 LE auch super zurecht – was man von Apple Shake nicht behaupten kann.

Mit Photoshop kann die MXO2 auch nicht verwendet werden denn auch hier wird das Gerät einfach nicht erkannt.

Der nächste Test galt dem Aufnehmen und Kodieren:

Die Canon XH-A1 wurde per Component an die Box angeschlossen wobei sich die mitgelieferten BNC-auf-Cinch-Adapter als sehr nützlich erweisen.
Die Aufnahme erfolgte in “Apple ProRes 422 HQ” – die Einstellungen in den FinalCut Voreinstellungen waren im Nu erledigt.

Ein Problem tritt allerdings auf, wenn man eine Multiformat-Timeline verwendet. Dann wird beim Abspielen gerade ein Frame angezeigt, dann:
Standbild am Vorschaumonitor über die MXO2 – während der MacPro ganz normal weiterspielte. In diesem Fall war es ein 1080i-Material in einer 720p – Sequenz.

Beim Encoding mit den MAX-Presets fällt zwar die Geschwindigkeit positiv auf, jedoch ist die Kehrseite der Medaille ein verdunkeltes Kodierungsergebnis
was die Vorschaumonitorkalibrierung für Internetvideos im Prinzip auch unbrauchbar macht:

MXO2 Standard Kodierung

Standard Compressor H264 Kodierung

MXO2 MAX

MXO2 MAX H264 Kodierung

Da die MAX-Technik ist ausschließlich für die H264-Kodierung optimiert ist, wird zwar das Erstellen von BluRays beschleunigt, jedoch bringt es beim MPEG2- komprimieren für DVDs keinen Vorteil.
Während des Encodings eines 918MB ProRes422 (HQ) – Files auf 26MB H264 wurde die MXO2 höchstens handwarm.

Die LiveRecording-Software BoinxTV verspricht gute Zusammenarbeit mit der MXO2.
Zu viel versprochen, denn sobald zu einem Layer mit MXO2-Quelle z.B. eine FireWire- Quelle geschalten wird, fängt die MXO2-Quelle zu ruckeln an (und das in SD-Auflösung!) und ist also hier auch unbrauchbar.

Fazit:
Für mein Setup erschließt sich der Sinn dieses Gerätes nicht ganz.
Das viel beworbene Mega-Feature – die Verwendung von HDMI-Monitoren und sie wie Broadcast- Monitore zu kalibrieren hat wenig Sinn, wenn die Ausgabe auf den anderen Outputs bzw. sogar bei der MAX-Kodierung falsche Farben aufweist. Da helfen auch die professionellen BNC-Anschlüsse mit SDI, Genlock und Component nicht drüber hinweg.
Die FinalCut-Unterstützung wird auch groß beworben, jedoch ist in einer Multiformat-Timeline davon leider nichts zu spüren.
Hier muss man sich anscheinend bei anderen Firmen wie z.B. Blackmagic Design umsehen.

Danke an die Firma websys-media aus steyr, die mir die MXO2 borgte und diesen Test ermöglichte.